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soll rechtzeitig vor Fehlentwicklungen warnen

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Die Artenschutzkonferenz lässt Haie und Tropenholz „aufatmen“

Artenschutzkonferenz

(2013) Die 16. Artenschutzkonferenz der Mitgliedsstaaten des Washingtoner Artenschutzabkommens im thailändischen Bangkok wurde zu einem Erfolg für Umwelt- und Tierschützer. In den zweiwöchigen Verhandlungen wurden umfangreiche Verschärfungen der Schutzrichtlinien für zahlreiche Tierarten und sogar Tropenhölzer vereinbart.
Über zweihundert Arten erhalten von nun an besseren Schutz. Allen voran profitieren die Haie - namentlich vor allem der Hammerhai, der Heringshai und der Weißspitzen-Hochseehai - die vor allem aufgrund ihrer Flossen gejagt wurden. Selbst die Jagd auf Mantarochen ist nun genehmigungspflichtig. Auch wenn sich besonders China und Japan, in denen Teile dieser Fische als Delikatesse gelten, gegen die Vereinbarung gewehrt haben.
Beispielhaft ist auch die Entscheidung, bestimmte Arten von Tropenholz unter Schutz zu stellen. Dem Antrag der Nationen, die besonders stark vom illegalen Holzeinschlag betroffen sind, wurde zugestimmt und zahlreiche Tropenhölzer wie Rosen- und Ebenholz stehen nun unter Schutz. Der Handel mit ihnen ist nur noch unter einem Zertifikat möglich.
Ein weiterer wichtiger Erfolg der Konferenz ist die Verschärfung der Bestimmungen für den Handel mit Elfenbein. Aufgrund der wachsenden Nachfrage aus dem chinesischen Raum stieg die Bedrohung für die Elefanten durch Wilderer zuletzt stark an. Die verschärften Handelsbedingungen sollen dieser bedrohlichen Tendenz begegnen und den Dickhäutern mehr Schutz gewähren.

Ein durchschlagender Erfolg - außer für die Eisbären

Nicht alle angestrebten Ziele wurden auf der Konferenz erreicht. Noch bis zum Schluss versuchten Japan und China den beispielhaften Schutz der kommerziell gefangenen Fischarten wieder zu kippen, indem sie eine weitere Abstimmung einforderten. Die Lobby dieser Länder verhinderte bisher immer die Verabschiedung derartiger Bestimmungen. Kanada gelang indessen, was Japan und China nicht schafften. Ein Antrag darauf, den Abschuss von Eisbären zu verbieten, deren Fell in Nordamerika eine begehrte Trophäe darstellt, führte zu keiner Einigung. Das Fell von jährlich etwa vierhundert der ebenfalls gefährdeten Tiere wird also weiterhin an Sammler verkauft werden.
Dennoch war die Artenschutzkonferenz aus Sicht von Umweltschützern und Biologen ein sehr großer Erfolg und setzt neue Maßstäbe. Zwar müssen die Beschlüsse auch in der Praxis umgesetzt werden, aber immerhin wurden sie nun zu Papier gebracht und liefern damit eine rechtliche Handhabe für den Schutz von insgesamt über zweihundert weiteren Arten.

Ein Grundstein für die Umsetzung des Artenschutzes

Kritiker weisen natürlich darauf hin, dass allein die Entscheidung, Haie oder Tropenholz auf die Liste geschützter Arten zu setzen, den Fang oder die Abholzung noch nicht stoppen kann. Illegaler Handel und Wilderei stellen auch für bereits geschützte Arten ein großes Problem dar und gefährden die Bestände.
Die Beschlüsse der Artenschutzkonferenz in Bangkok in Thailand sind dennoch beispielhaft und legen den Grundstein für einen organisierten und systematischen Schutz der betroffenen Tier- und Pflanzenarten. Die Bewahrung der Natur in diesen speziellen Fällen ist damit nicht mehr nur Sache engagierter, freiwilliger Helfer, die ohne rechtliche Handhabe agieren. Ihre Reihen werden nun von den Behörden verstärkt und Vergehen können schließlich geahndet werden.
Außerdem stellen der Erfolg der Konferenz und die Erweiterung des Washingtoner Artenschutzabkommens um die nun geschützten Arten einen symbolischen Erfolg für den Naturschutz dar. Die Begeisterung der Beteiligten Umweltschützer über die erzielten Erfolge ist daher nicht nur verständlich, sondern auch durchaus berechtigt.

Ob es gelingen wird, das Artensterben mithilfe der neuen Beschlüsse zu verlangsamen oder zumindest in einigen Fällen sogar zu stoppen, kann nur die Zeit zeigen. Doch der Grundstein ist gelegt und die Bereitschaft der internationalen Gemeinschaft, sich stärker für den Artenschutz zu engagieren, wird durch das neue Abkommen belegt. Es besteht also Hoffnung.